Der Dezember-Himmel über der Sierra (VII)

Dies ist die siebte Auflage des Miniführers zur Beobachtung des Sternenhimmels über der Sierra de Gata von unserem Mitarbeiter M42. Ein Monat mehr, der Dezember, in welchem wir bei der Betrachtung der Sterne ein breiteres Publikum erreichen können. Jakki Cosway übersetzt den Miniführer ins Englische, Hans Schnyder bringt uns näher zu den deutschsprachigen Lesern und Franjo Antúnez hilft uns, bei der Betrachtung des Berghimmels die Fala-Sprache zu verbreiten

Taurus
Taurus

.Der zehnte (decimus), Dezember.

Noch haben wir das prächtige Sternbild Taurus (Kap. 8) am Himmel mit dem roten Riesenstern als Auge, ALDEBARAN (der [den Plejaden] Nachfolgende). Am ersten Tag des Monats um 11 Uhr abends, steht er zweieinhalb Handbreit über Guijo de Galisteo.

Da wir nun schon seit mehreren Monaten Sterne beobachten, möchte ich - in Klammern - daran erinnern, was die Bezeichnungen jeweils bedeuten. Wenn ich zum Beispiel sage „über Guijo de Galisteo“, will ich damit nicht sagen, dass eine dort lebende Person Aldebarán über ihrem Kopf hat. Vielmehr muss sie sich vorstellen, in Villasbuenas de Gata zu stehen und in Richtung ihres Dorfes zu blicken, sich auf einer von Villasbuenas nach Guijo verlaufenden Linie auszurichten, was im aktuellen Beispiel einen Blick gegen Südosten bedeuten würde. Dasselbe gilt für die anderen Dörfer.

Der Stier erhebt sein Horn in die Milchstrasse, hauptsächlich mit EL NATH (der Äusserste), in einer Höhe von zweieinhalb Handbreit etwas rechts von Santibáñez el Alto. Überdies enthält Taurus zwei der schönsten offenen Sternhaufen: Die HYADEN, nahe bei Aldebarán, in Form von einer Art „v“, wenig mehr als zweieinhalb Handbreit über Gujo de Coria, und die PLEYADEN, auch als SIEBENGESTIRN bekannt, von denen ALCYONE (Name eines Vogels) herausragt, etwas rechts von den anderen aber in einer Höhe von drei und ein Viertel Handbreiten.

Unterhalb von Taurus fliesst eines der grössten Sternbilder, Eridanus (der Fluss, Kap. 15), dessen hellster Stern für uns unsichtbar ist, weil er 60° im Süden steht. Sichtbar ist hingegen CURSA („die vordere Fussbank“), in einer Höhe von anderthalb Handbreit zwischen Guijo de Coria und Morcillo. Bei der Mitte des Flusses befindet sich EPSILON-Eridani, der für uns dritt-nächste Stern; er ist von Auge sichtbar und unserer Sonne ähnlich, hat möglicherweise einen Planeten und man hat erfolglos versucht, von dort Radiowellen zu empfangen. Er steht in einer Höhe von etwas weniger als zwei Handbreit etwas links von Coria.

Zum Schluss kommen wir zu Auriga (Fuhrmann, Kap. 20), welcher den dritt-hellsten Stern unserer Hemisphäre enthält, die CAPELLA (das Ziegenböcklein), in einer Höhe von etwas weniger als drei Handbreit links von Torrecilla de los Angeles. Daneben, über Hernán-Pérez, befindet sich ein durch die Zicklein gebildetes Dreieck. Der letzte Stern für heute ist MENKALINAN (die Schulter des Fuhrmanns), in der gleichen Richtung wie Capella aber in einer Höhe von zweieinhalb Handbreit.

Und bis zum kommenden Jahr, welches glücklich und gerechter sein möge!